WWR gibt sich virtuell (WAZ, Di. 4.7.2006)

Der Werdener Werbering hat nun eine eigene Website. Noch sind nicht alle Mitglieder online, aber Informatives findet sich schon jetzt. Werdener Leuchtreklame finanziert - nun ist die Stadt am Zug.
Von Michael Heiße

Werden. Diese Immobilie findet sich in keinem Stadtplan: Der Werdener Werbering hat sich ein kleines Häuschen gebaut - im Internet. Unter der Adresse http://www.essen-werden.de präsentiert sich der WWR ab sofort auf einer eigenen Website unter einem virtuellen Dach. Dafür haben die Händler sich selbst fünf Euro mehr Beiträge pro Nase auferlegt. Und wenn auch noch längst nicht alle Mitglieder online sind, so ist der Anfang doch vielversprechend.
Dies meint auch der 2. Vorsitzende Reinhold Klöcker: "Bislang haben sich 27 Geschäfte eingebracht - und jeden Tag werden es mehr." Die einzelnen Mitglieder besitzen eine Visitenkarte, "die sie selbst pflegen können", sagt Ralf Somplatzki. Er ist Vorstand der Essener "rent-a-byte", die vom WWR beauftragt wurde, den Internetauftritt der Händler zu etablieren. "Die Betreuung der WWR-Seite übernehmen wir", erklärt Somplatzki, "für die eigene Website sind die Kunden selbst verantwortlich."
Foto: Heinz-Werner Rieck, Quelle: WAZ vom 4.7.2006
Foto: Heinz-Werner Rieck, Quelle: WAZ vom 4.7.2006
Das WWR-Portal informiert jedoch nicht nur über Aktivitäten der Händler, sondern auch über die Historie der Abteistadt. Besonders nett: Vom Standort Grafenstraße/Hufergasse bzw. Brückstraße/Heckstraße kann der Kunde per Mausklick einen 360 Grad-Rundblick auf die Altstadt werfen. Stadtbummel heißt das dann. Übrigens: nicht nur die Händler, sondern auch Werdener Privatleute sind auf der Website willkommen und dürfen sich - gegen kleine monatliche Gebühr - dauerhaft einklinken.
Seit Start der Seite wurden 110 000 Hits registriert. "Das ist für einen Zeitraum von knapp einem Monat eine ganze Menge", sagt Somplatzki. Die Attraktivität steigt durch Angebote, die schon bald um den Aspekt Tourismus (z.B. Historischer Pfad) erweitert werden soll.
Und noch eine Überraschung hält der WWR parat: Werden soll schon bald wieder Licht aufgehen. "Unsere Leuchtreklame ist mit Hilfe von RWE finanziert. Das schillernde Wahrzeichen, das seit dem Jubiläumsjahr 1998 den Eingang zur Altstadt schmückte, dann aber aus Sicherheitsgründen abmontiert werden musste, leuchtet künftig mittels LED-Technik der Mülheimer Firma Schneider. Was den Stromverbrauch um rund 50 Prozent pro Jahr auf 750 EURO senkt. Wann das Schmuckstück wieder an seinem angestammten Platz hängt, bleibt offen. "Nun ist die Stadt am Zug", sagt Andreas Göbel vom WWR. "Die Haltepfosten müssen von der Stadt repariert werden."