Virtueller Stadtbummel in Essen-Werden (MEO 10/2006)

Ein Stadtteilportal ermöglicht "e-Business für Kleine"
Der Werdener WerbeRing e.V. (WWR), der Verbund von Geschäftsleuten, Hausbesitzern, usw. des Essener Stadtteils Werden, hat längst die Bedeutung von e-Business für den Einzelhandel und den Stadtteil erkannt.

Da eine einfache Website für die Präsentation im Internet heute nicht mehr genug ist, suchten sie nach Alternativen zu Ihrem konventionellen Internet-Auftritt. Fündig wurden sie mit einem Konzept des Essener Anbieters "rent-a-byte ag", mit dessen Hilfe sie eine umfassende Portallösung realisierten.

Ausgelöst durch den stetigen Wandel des Angebots im Internet machten sich die Werdener Mitte 2005 auf die Suche nach interessanten und finanzierbaren Alternativen zu ihrem bisherigen Internet-Auftritt. Vorgabe war es, eine optimale Mischung aus Information und werblichen Anteilen zu finden.

Informationen statt Werbung

Durch Angebote im Internet bereits gesättigt, hilft es nicht mehr, den Besuchern einfach nur Werbeflächen zu präsentieren. Wer neue Gäste in seinem virtuellen Zuhause begrüßen möchte, muss Ihnen einiges bieten. Und das tun die Werdener: Im Vordergrund steht nicht die Werbung oder die Selbstdarstellung der Einzelhändler sondern wertvolle Information. So findet der Besucher hier Wissenswertes über den Stadtteil, seine Geschichte, anstehende Events und Termine - und selbstverständlich auch über die ansässigen Unternehmen.

Ein solches Projekt steht und fällt nicht nur mit der Idee sondern hängt insbesondere davon ab, dass das Konzept mit Ausdauer und Zielstrebigkeit verfolgt wird. Diese Rolle wird im Werdener WerbeRing von Rolf Sachtleben mit Begeisterung gelebt. Als Geschäftsführer des Werberings hat er seit über einem Jahr über dem Problem gebrütet: Wie rücken wir Werden mehr in den Blickpunkt der Internet-Gemeinde? Viele Monate der Suche nach technisch wie auch wirtschaftlich interessanten Angeboten ließen ihn schließlich "vor der eigenen Haustür" fündig werden: Bei der rent-a-byte ag in Essen-Rüttenscheid.

Professionell und doch bezahlbar

Was für große Konzerne bereits zum datentechnischen Alltag gehört ist für viele kleine und mittelständische Unternehmen heute noch unbekannt oder zumindest ein Buch mit sieben Siegeln: Das so genannte
"Application Service Providing" (Kurz ASP). Dahinter verbirgt sich ein spezielles Mietkonzept, nämlich die Möglichkeit technologische Komplettlösungen mit der gesamten erforderlichen Infrastruktur zu mieten, bis hin zum Personal. Sozusagen die schlüsselfertige EDV-Lösung.

Dieses Konzept bildet auch die Geschäftsgrundlage des Essener Unternehmens: "Software mieten statt kaufen" und das "All-lnclusive", das heißt inklusive Hardware, Pflege, Updates, Personal und mehr. Auf diese Weise sollen Softwarelösungen, die sich sonst nur große Unternehmen leisten können, auch für kleine erschwinglich werden. Michael Bontke, Mitgründer des Unternehmens:,,Wir wollen erreichen, dass gerade kleine Mittelständler, Existenzgründer und Start-ups ebenso professionelle Lösungen einsetzen können wie große, finanzstarke Unternehmen."

Von der "intelligenten Visitenkarte" zum Portal

Die Rüttenscheider hatten bereits etliche Projekte auf Basis von Portal- und Content-Management-Systemen (CMS) realisiert. Seit einem Jahr arbeiteten Sie an einem neuen Konzept, der sogenannten ,,lntelligenten Visitenkarte". Einer kleinen Website, die preislich auf Existenzgründer und Selbstständige abzielt. Dennoch sollte sie mit professionellen Systemen vergleichbar sein und dem Kunden einen zeitgemäßen Auftritt ermöglichen. Und was fast noch wichtiger ist: Die Kunden sollen die Inhalte ohne Fachkenntnisse selbst pflegen und aktualisieren können, denn gerade in der Unabhängigkeit liegt ein großes Sparpotenzial.

Rolf Sachtleben: "Die Kombination aus der Visitenkarte im Web für unsere Mitglieder - gleichzeitig verbunden mit einem gemeinsamen Portal schien mir der Ansatz zu sein, nach dem ich gesucht habe." Es folgten einige Monate der gemeinsamen Konzeptionierung wie auch der Überzeugungsarbeit unter den Mitgliedern.

Ideen und Konzepte: Gut Ding will Weile haben

In den folgenden drei Monaten wurde konzeptioniert, entwickelt und wieder verworfen. Neben der Herausforderung, die technische Plattform zu schaffen war die größte Hürde eher eine Geschmacksfrage: Wie wollte der WWR, stellvertretend für Werden, sich im Internet dargestellt sehen? Schließlich entschied man sich für ein "virtuelles Zuhause", getreu dem Motto "Unter einem Dach" entdeckt der Internetbesucher den Stadtteil nun in einem "Haus".

Damit das Interesse der Besucher gesteigert wird sollen diese den Stadtteil im Internet erkunden können. Die Originalität der Lösung soll darüber hinaus zu erhöhter Popularität durch Mund-Zu-Mund-Propaganda führen. Spezielle Kategorien laden daher ein 360° Stadtbummel in der Altstadt

Stadtpläne mit Markierungen der WWR-Einzelhändler - Und der Clou: die virtuelle Visitenkarte

Der 360°-Stadtbummel erlaubt die Auswahl eines Straßenzuges im Stadtplan und nach einem Mausklick kann sich der Besucher in speziellen Fotographien virtuell ,,umsehen". Die erste Version ist aus Budgetgründen auf "Appetit-Häppchen" begrenzt. Dank der standardisierten Technik können jedoch zukünftige Erweiterungen weitestgehend mit eigenen Mitteln realisiert werden.

An dieser Stelle greift die Stärke des eingesetzten Content-Management-Systems. Solche Systeme ermöglichen es den Kunden, Inhalte von Webseiten selbst zu pflegen ohne technische Vorkenntnisse mitzubringen. Fachleute werden in der Regel nur zu Beginn gebraucht: Bei der erstmaligen Einrichtung und bei der Umsetzung des grundsätzlichen Designs (CD). Wenn anschließend vom Kunden eigene Seiten, Texte und Bilder hinzugefügt werden "weiß" das System, wie die Inhalte (Content) dargestellt werden sollen. So ist sichergestellt, dass der gesamte Internetauftritt wie ,,aus einem Guss" wirkt.

Info

Fachbbegriffe, kurz und bündig

Content-Management-System (CMS) sind spezielle Computerprogramme, die Design und Inhalte von Webseiten verwalten. Das Erscheinungsbild des lnternetauftritts wird einmalig durch Fachleute festgelegt, Anschließend können Redakteure ohne technische Kenntnisse, Inhalte in Form von Text- und Bildmaterial einstellen, pflegen und verwalten. Das CMS stellt dabei sicher, dass die Darstellung im Internet den Designvorgaben entspricht.

Internet-Portal

lnternetportale ermöglichen die Veröffentlichung von Informationen aus unterschiedlichen technischen Quellen ebenso wie den Zugang zu geschützten EDV-Systemen über das Internet. Der Begriff weist dabei darauf hin, das es sich um einen zentralen Zugang zu zahlreichen Informationen und -systemen handelt. Für den Besucher/Nutzer ist es dabei von großem Wert dass er nicht zahlreiche Systeme kennen muss um die gewünschten Informationen oder Anwendungen zu finden. Darüberhinaus stellt ein gutes Portalsystem sicher, dass die Bedienung in allen Bereichen einheitlich und somit einfacher ist, als wenn zahlreiche unterschiedliche Systeme benutzt werden müssten.

Suchen und gefunden werden

Die Karten enthalten grafische Markierungen zu den Standorten der Mitglieder des WWR. Diese korrespondieren mit den zuvor erwähnten "Visitenkarten". So kann sich ein Besucher nach Interesse vom Stadtplan direkt zum Anbieter begeben oder aus der Visitenkarte eines Anbieters dessen Lage im Stadtteil anzeigen lassen.

Eine Volltextsuche erlaubt es zudem sowohl die lnformationsinhalte des Portals wie auch die Werdener Unternehmen zu durchsuchen.So können Besucher des Stadtteils neben den geschichtlichen Hintergründen ihren Stadtbummel nach Sehenswürdigkeiten planen und anschließend nach der Gastronomie suchen, in der ein erlebnisreicher Tag beendet werden soll.

Die Länge trägt die Last

Was für den Anfang des Projektes galt zählt auch für die Fortführung: Die Attraktivität eines Webauftritts steht und fällt mit der Aktualität. Und diese hängt wiederum von Zeit und Ideen ab, die investiert werden. Entgegen der landläufigen Annahme, die Erstellung von Webseiten sei ein Problem und es sei die wichtigste Aufgabe, die richtigen Fachleute einzubeziehen, ist dies bei informationsgetriebenen Webseiten nur sehr selten der Fall.

Viele Betreiber solcher Lösungen stellen schon nach wenigen Monaten fest, dass die redaktionelle Arbeit den eigentlichen Engpass darstellt. Hier trägt der Vorstand wie auch jedes Mitglied des WWR die Verantwortung für eine kontinuierliche Pflege des Portals und der virtuellen Visitenkarten zu sorgen. Der Herausforderung ist sich der Initiator Sachtleben durchaus bewusst.

"Das ist erst der Anfang"

beschreibt Rolf Sachtleben den aktuellen Stand der Website.,,Als Erstes ergänzen
wir unser Informationsangebot um qualitativ hochwertiges Bildmaterial, schließlich zählt hoffentlich bald auch ein Fotostudio zu unseren Mitgliedern". Die Inhalte liefern die Mitglieder des Werberings selbst, um die technische Seite müssen sie sich nicht kümmern: Die gemietete All-inclusive-Lösung schließt auch die Unterstützung durch Experten mit ein.

Gemeinsam mit dem Team von rent-a-byte arbeitet man schon an den nächsten Attraktionen. An Ideen fehlt es den motivierten Portalgestaltern nicht: Vom animierten Adventskalender bis zu Kampagnen von Internetangeboten kombiniert mit Life-Aktionen, die den Internetbesucher in das Geschäft vor Ort führen, gibt es noch viel zu tun.

Weitere Informationen im Internet unter:
http://www.essen-werden.de
Das Stadtteilportal für Essen-Werden

http://www.contentmanager.de
Herstellerunabhängige Seite mit Informationen rund um das Thema Content-Management

http://www.rent-a-byte.de
Website der Essener Firma, die den Auftritt realisiert hat